Achtung: Wildunfallgefahr steigt nach Zeitumstellung

LJV Hessen warnt vor erhöhtem Risiko in den Morgenstunden

Nach der Umstellung auf die Sommerzeit steigt die Gefahr von Wildunfällen auf Hessens Straßen deutlich an. Wenn in der Nacht auf Sonntag, 29. März 2026, die Uhren um eine Stunde vorgestellt werden, fällt der morgendliche Wildwechsel wieder stärker in die Hauptverkehrszeit. Besonders aufmerksam sollten Autofahrer daher in den frühen Morgenstunden zwischen 6.00 Uhr und 8.00 Uhr sein.

Im Jagdjahr 2024/2025, vom 1. April 2024 bis 31. März 2025, wurden in Hessen 13.740 Stück Schalenwild (u. a. Hirsche, Wildschweine und Rehe) als Unfallwild erfasst. Gegenüber dem Vorjahr ist damit ein leichter Rückgang erkennbar. Langfristig bewegen sich die Zahlen aber weiterhin auf hohem Niveau. Seit dem Jagdjahr 1997/1998 lag der jährliche Durchschnitt bei 15.783 Stück Unfallwild. Den größten Anteil macht nach wie vor das Rehwild mit 12.004 Individuen aus.

Im Frühjahr nimmt das Risiko saisonal zu. Frisches Grün auf Wiesen und an Straßenrändern lockt die Tiere auf offene Flächen. Gleichzeitig sind vor allem junge Rehböcke verstärkt unterwegs, weil sie eigene Einstände suchen und dabei häufig von älteren Böcken verdrängt werden.

Gerade nach der Umstellung auf die Sommerzeit verschiebt sich der morgendliche Wildwechsel wieder stärker in den Berufsverkehr. Vor allem mit Rehen kommt es im April und Mai regelmäßig zu vielen Unfällen. Hinzu kommt, dass junge Böcke auf der Suche nach einem eigenen Revier oft unruhig unterwegs sind und Straßen unvermittelt queren. Autofahrer sollten deshalb an Wald- und Feldrändern besonders aufmerksam fahren und stets mit plötzlich wechselndem Wild rechnen“,

sagt Markus Stifter, Pressesprecher des LJV Hessen e. V.

„Stehen Tiere auf oder neben der Straße, sollten Autofahrer möglichst ruhig bleiben und nicht überstürzt reagieren. Besonders gefährlich in solchen Situationen sind plötzliche Manöver, um Wildtieren auszuweichen“,

warnt Wolfgang Herda, Verkehrsexperte des ADAC Hessen-Thüringen e. V. „Dadurch riskiert man Unfälle mit dem Gegenverkehr oder das Abkommen von der Fahrbahn.“

Der Landesjagdverband Hessen empfiehlt, die Geschwindigkeit an unübersichtlichen Wald- und Feldrändern zu reduzieren, bei Wildwechsel aufmerksam zu bremsen und stets mit weiteren Tieren zu rechnen. Wer ein Tier am Straßenrand sieht, sollte abblenden, hupen und die Geschwindigkeit sofort verringern.

Service

Wie kann ein Wildunfall verhindert werden?

  • Geschwindigkeit entlang von unübersichtlichen Wald- und Feldrändern reduzieren
  • Besonders gefährlich sind Morgen- und Abenddämmerung, Nacht und Nebel
  • Tier am Straßenrand: Abblenden, hupen, Geschwindigkeit verringern
  • Ein Tier kommt oft nicht allein, deshalb immer mit Nachzüglern rechnen
  • Lässt sich ein Zusammenstoß nicht vermeiden: bremsen, Lenkrad festhalten, in der Regel nicht ausweichen.
Das Risiko für einen Wildunfall steigt nach der Zeitumstellung. In der Zeit von 6.00 Uhr bis 8.00 Uhr ist die Unfallgefahr besonders hoch.
Thorsten Mohr

Was ist nach einem Wildunfall zu tun?

  • Unfallstelle sichern, Warnblinkanlage einschalten, Warnweste anziehen, Warndreieck aufstellen
  • Polizei unter 110 anrufen, bei Verletzten Notruf 112 wählen
  • Ein verletztes Tier nicht verfolgen
  • Fluchtrichtung angeben und die Unfallstelle gut sichtbar markieren (z. B. mit einer Einkaufstüte), damit der Jäger das Tier rasch finden kann.