Mai 2026

Liebe Jägerinnen und Jäger,

das Artenschutzprojekt des Landesjagdverbandes Hessen hat begonnen. Zur Erinnerung: Das Hessische Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat (HMLU) fördert ein umfassendes Artenschutzprojekt des Landesjagdverbandes Hessen zum Schutz bedrohter Wiesenbrüter in der südlichen Wetterau. Das Hauptziel des auf fünf Jahre geplanten Projektes besteht darin, die Lebensbedingungen gefährdeter Bodenbrüter wie Kiebitz und Bekassine nachhaltig zu verbessern. Trotz umfangreicher Maßnahmen zur Aufwertung des Lebensraums, einschließlich Renaturierungen der Nidda, extensiver Grünlandbewirtschaftung sowie gezielter Vernässungsmaßnahmen blieben die erhofften Bestandszuwächse bislang oft hinter den Erwartungen zurück. Die Hauptursache hierfür ist der weiterhin hohe Prädationsdruck. In der rund 2.000 ha großen Kulisse zwischen Niddatal-Ilbenstadt und Bad Vilbel sollen im Rahmen des Projektes nicht nur die bereits durchgeführten Maßnahmen zur Lebensraumverbesserung, sondern auch die vorhandenen Kiebitz-Schutzzäune durch eine gezielte, übergreifend koordinierte Reduzierung besonders relevanter Prädatoren ergänzt werden. Ein beim Landesjagdverband Hessen angedockter Berufsjäger wird die Maßnahmen planen, abstimmen und fachlich begleiten. Dabei werden vorhandene Strukturen der Hegegemeinschaft Friedberg-Süd genutzt, die bereits seit Jahren erfolgreich Niederwildhege betreibt und deutliche Bestandszuwächse bei Rebhuhn und Feldhase vorweisen kann.

Als gesetzlich anerkannter Naturschutzverband setzt der Landesjagdverband Hessen seine bisher intensiv betriebene Arbeit für den Artenschutz mit diesem Projekt fort. In einem großräumigen Gebiet in der Wetterau wird gemeinsam mit Jagdpächtern vor Ort gezielt Prädatorenbejagung betrieben, um dem Niederwild, insbesondere dem Rebhuhn und dem Feldhasen, aber auch anderen Arten wie beispielsweise Wiesenbrütern ein Überleben und eine Bestandsaufstockung zu ermöglichen.

Die bereits vorhandene sehr gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem behördlichen und ehrenamtlichen Naturschutz, dem Amt für den ländlichen Raum sowie der Unteren Jagdbehörde bildet eine weitere hervorragende Grundlage für die erfolgreiche Umsetzung des Projektes. Die südliche Wetterau zählte zu den bedeutendsten Brutgebieten für Wasser-, Wat- und Wiesenvögel in Hessen. In den vergangenen Jahren wurden hier erhebliche öffentliche Mittel in Artenschutz-, Renaturierungs- und Ausgleichsmaßnahmen investiert. Mit der zugesagten Förderung kann nun ein entscheidender Baustein ergänzt werden, um diese Investitionen langfristig wirksam zu machen. Das Ziel besteht darin, gefährdeten Arten wieder eine erfolgreiche Reproduktion auf größerer Fläche zu ermöglichen – nicht nur innerhalb von Schutzzäunen, sondern im gesamten Offenlandkomplex der südlichen Wetterau. Mit der Förderung unterstreicht das Land Hessen die Bedeutung integrierter Artenschutzstrategien und die enge Zusammenarbeit mit den Akteuren vor Ort. Weitere Förderer dieses Projektes sind der Deutsche Jagdverband (DJV), die Gerty-Strohm-Stiftung sowie die Firma Leica.

Der DJV ist erfolgreich juristisch gegen die Falschbehauptung des Bundesverbands Wildtierhilfen vorgegangen, der DJV habe eine wissenschaftliche Studie zum negativen Einfluss von Waschbären mitfinanziert. In einem Artikel im Weilburger Tageblatt über den Umgang mit Waschbären, hatte der Bundesverband der Wildtierhilfen die Fangjagd kritisiert und behauptet, dass der DJV eine Studie des Parasitologen und Infektionsbiologen Professor Sven Klimpel mitfinanziert hätte. Dieser ist Leiter des Projekts Zoonotische und Wildtierökologische Auswirkungen Invasiver Carnivoren (ZOWIAC) an der Goethe-Universität Frankfurt. Mit der Falschbehauptung sollten nach Auffassung des DJV wichtige Forschungsergebnisse in Frage gestellt werden.

Der DJV wehrte sich dagegen erfolgreich mit einer Abmahnung. Nach anwaltlicher Aufforderung zur Löschung der Falschbehauptung hat der Verlag des Weilburger Tageblatts nicht nur die Falschbehauptung, sondern den gesamten Artikel aus seinem Online-Angebot entfernt.

Das Forschungsprojekt ZOWIAC (https://zowiac.eu/projekt/) der Goethe-Universität Frankfurt befasst sich mit den Auswirkungen invasiver Fleischfresser wie Waschbär und Marderhund auf heimische Ökosysteme. Weiterhin werden auch Fragestellungen zur Gefährdung menschlicher und tierischer Gesundheit durch die Übertragung von Parasiten und anderer krankheitsauslösender Erreger von invasiven Arten untersucht. Die Forscher konnten mit DNA-Markern nachweisen, dass Waschbären sogar Amphibienlaich fressen. Auf dem Speiseplan stehen zudem Frösche, Kröten und sogar die stark gefährdete Gelbbauchunke. 

Liebe Jägerinnen und Jäger, kommen Sie zahlreich zum Landesjägertag in Bad Wildungen am 30. Mai 2026. Zeigen Sie Präsenz und tauschen Sie sich mit dem Landesjagverband Hessen und auch untereinander aus.

Liebe Jägerinnen und Jäger, ich wünsche Ihnen alles Gute und Waidmansheil.

Ihr Jürgen Ellenberger

Prof. Dr. Jürgen Ellenberger

Präsident des Landesjagdverbandes