Mutmaßlich sechsköpfiges Wolfsrudel bei Greifenstein: Jäger unterstützen transparentes Wolfsmonitoring

Anlässlich eines aktuell beim Wolfszentrum Hessen eingereichten Wildkamera-Videos, das mutmaßlich ein Rudel von sechs Wölfen bei Greifenstein im Lahn-Dill-Kreis zeigt, unterstreicht der Landesjagdverband Hessen e. V. (LJV) die Bedeutung eines transparenten und flächendeckenden Wolfsmonitorings. Die Aufnahme stammt aus einer privaten Wildkamera eines Jägers und wird vom Wolfszentrum Hessen fachlich bewertet.

Wildkamera-Aufnahme: mutmaßlich sechsköpfiges Wolfsrudel bei Greifenstein. Quelle: privat/LJV Hessen

„Wir danken den Jägern, die dieses Video zur Verfügung gestellt haben“, sagt LJV-Präsident Prof. Dr. Jürgen Ellenberger. „Nur wenn Beobachtungen wie Wildkameraaufnahmen, Rissfunde, Kotproben oder Spuren konsequent gemeldet werden, kann die tatsächliche Zahl der Wölfe in Hessen zuverlässig ermittelt werden. Ein transparentes und fachlich sauberes Monitoring ist die Grundlage für ein glaubwürdiges Wolfsmanagement.“

Enge Zusammenarbeit mit dem Wolfszentrum Hessen

Der Landesjagdverband Hessen arbeitet seit dem vergangenen Jahr intensiv mit HessenForst und dem Wolfszentrum Hessen zusammen, um das Wolfsmonitoring in Hessen fachlich zu stärken und für die Öffentlichkeit nachvollziehbarer zu machen.

Ein wichtiger Baustein ist die Einbindung der Jägerschaft in ein landesweites Netz ehrenamtlicher Wolfsberater. Sie sind in den Revieren vor Ort, kennen die Gegebenheiten und tragen mit ihrem fachlichen Wissen dazu bei, Funde und Beobachtungen richtig einzuordnen.

Geschulte Wolfsberater als Bindeglied vor Ort

In den vergangenen Monaten haben bereits Schulungen für ehrenamtliche Wolfsberater aus der Jägerschaft stattgefunden – unter anderem eine praktische Veranstaltung im Forstlichen Bildungszentrum Weilburg und eine Online-Schulung im November 2025. Dabei wurden die Teilnehmer im Detail zu Probenahme, Dokumentation und Meldewegen geschult.

Die Wolfsberater sind damit ein wichtiges Bindeglied zwischen Weidetierhaltern, Jagdpächtern, dem Wolfszentrum Hessen sowie weiteren Behörden. Sie stellen sicher, dass Rissereignisse, Spurenfunde oder Wildkameraaufnahmen fachgerecht erfasst und dokumentiert werden.

Der LJV bittet die Jägerschaft und Weidetierhalter in Hessen ausdrücklich, diesen ehrenamtlichen und amtlichen Wolfsberatern Vertrauen entgegenzubringen, mit ihnen zusammenzuarbeiten und Hinweise zeitnah zu melden – sei es bei Rissen, Kotfunden, Spuren oder Wildkameraaufnahmen.

Politischer Rahmen: LJV begrüßt Beratungen im Bund

Der Landesjagdverband Hessen begrüßt die bereits laufenden Beratungen im Deutschen Bundestag zur Aufnahme des Wolfes in das Bundesjagdgesetz sowie zur Anpassung des Bundesnaturschutzgesetzes.

„In Hessen ist der Wolf bereits im Jagdrecht verankert. Nun ist es am Deutschen Bundestag, klare und praxistaugliche Regelungen für ganz Deutschland zu erlassen“, so Prof. Dr. Ellenberger weiter. „Nur wenn der rechtliche Rahmen stimmt, können Wölfe künftig rechtssicher entnommen und der Bestand im Interesse der Akzeptanz der Menschen des ländlichen Raumes reguliert werden.“

Zugleich betont der LJV, dass das Zusammenspiel aus transparentem Monitoring und klaren Eingriffsmöglichkeiten die Voraussetzung für ein langfristig tragfähiges Nebeneinander von Wolf, Wildtieren und dem Menschen samt Weidetierhaltung ist.

„Unser Ziel ist ein Wolfsmanagement, das sowohl den Schutzansprüchen der Art als auch den berechtigten Sorgen der Weidetierhalter Rechnung trägt“, erläutert Ellenberger. „Dazu gehört, dass wir genau wissen, wie viele Wölfe in Hessen tatsächlich leben. Meldungen aus der Fläche sind dafür unverzichtbar, und an dieser Stelle leisten die Jäger einen besonders wichtigen Beitrag.“

Prof. Dr. Jürgen Ellenberger, LJV-Präsident