284.220: Zahl der erlegten Tiere hat sich in 10 Jahren mehr als verdoppelt. Gefahr für Frösche und Kröten jetzt zur Laichzeit besonders hoch. Warum die Fangjagd besonders wichtig ist für die Artenvielfalt.
Im Jagdjahr 2024/25 (1. April bis 31. März des Folgejahres) haben Jägerinnen und Jäger 284.220 Waschbären erbeutet – etwa doppelt so viele wie vor 10 Jahren und 10-mal so viele wie vor 20 Jahren. Zu diesen Ergebnissen kommt der Deutsche Jagdverband (DJV) nach Auswertung der aktuell vorliegenden Jagdstatistik. Jetzt leiden besonders Frösche, Kröten und Molche unter der invasiven Art: Der Waschbär sucht gezielt Laichgewässer oder Amphibienzäune auf. Er kann die giftige Krötenhaut abstreifen und gelangt so an das schmackhafte Schenkelfleisch. Neben Trockenheit und Straßenverkehr kann der nordamerikanische Kleinbär so zum lokalen Aussterben von Lurchen beitragen. Die Waschbär-Jagd ist deshalb ein wichtiger Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt.
Fallenjagd ist wichtig für das Waschbärmanagement
Laut DJV-Auswertung im Rahmen des Monitoringprogramms WILD werden 4 von 10 Waschbären aus der Jagdstatistik mit Lebendfallen gefangen. Für die dämmerungs- und nachtaktiven Beutegreifer ist diese Art der Jagd entsprechend wichtig als Managementmaßnahme. Der DJV fordert deshalb ein klares Bekenntnis der Politik zur Fangjagd. In über zwei Dritteln der Jagdreviere in Deutschland kommt der Waschbär bereits vor, zeigt die Auswertung von WILD-Daten für über ein Drittel der land- und forstwirtschaftlich genutzten Fläche Deutschlands. In den Hot-Spots Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt sind es sogar 90 Prozent der Jagdreviere.
Kröten und Frösche werden bei lebendigem Leib gehäutet
In Hessen sind die negativen Auswirkungen des Waschbären auf Amphibien besonders gut untersucht, federführend ist die Goethe-Universität Frankfurt. Wissenschaftler konnten dort über DNA-Proben des Mageninhalts nachweisen, dass Waschbären sowohl erwachsene Tiere wie auch deren Laich fressen. Davon ist ebenso die stark gefährdete Gelbbauchunke betroffen.
Invasive Organismen sind eine der Hauptursachen für Artenverlust Trotz Niedlichkeitsbonus durch Knopfaugen: Zur Eindämmung des invasiven Waschbären ist die Jagd unerlässlich. Invasive gebietsfremde Arten sind eine der fünf Hauptursachen für den Artenverlust weltweit. Durch die Bejagung des Waschbären und anderer invasiver Arten leistet die Jägerschaft einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der heimischen Biodiversität. Mehr Infos gibt es im DJV-Faktencheck.




