Januar 2026

Liebe Jägerinnen und Jäger,

fast zwei Drittel der Deutschen halten es für richtig, den Wolf zur Bestandskontrolle ins Jagdrecht aufzunehmen. Dies geht einher mit einem ähnlich hohen Anteil der Bevölkerung, der speziell die Jagd auf Wölfe befürwortet, die Haus- und Nutztiere töten. Die Zustimmung auf dem Land liegt jeweils bei deutlich über zwei Dritteln, hingegen nur bei etwa der Hälfte bei Stadtmenschen. Zu diesem Ergebnis kommt das Meinungsforschungsinstitut Civey, das im Auftrag des Deutschen Jagdverbands (DJV) 5.000 Menschen befragt hat. Knapp die Hälfte der Deutschen bewertet laut Civey die Rückkehr des Wolfs nach Deutschland positiv, etwa ein Drittel schätzt die Entwicklung dagegen negativ ein. In ländlichen Regionen ist die Bewertung deutlich skeptischer – positive und negative Einschätzungen halten sich dort die Waage. Mehr als jeder Vierte bundesweit empfindet Wölfe als persönliche Bedrohung, in ländlichen Regionen steigt dieser Anteil auf ein Drittel der Befragten. Civey hat für den DJV vom 9. bis 11. Dezember 2025 online 5.000 Bundesbürgerinnen und Bundesbürger ab 18 Jahren befragt. Die Ergebnisse sind aufgrund von Quotierungen und Gewichtungen repräsentativ.

Weniger als die Hälfte der Deutschen (46 Prozent) weiß, dass Jagd ein Ehrenamt ist, zeigt eine Civey-Umfrage im Auftrag DJV. Die meisten Jagdverbände sind anerkannte Naturschutzvereinigungen mit hoch motivierten Mitgliedern. So geben knapp 40 Prozent der Jägerinnen und Jäger an, ehrenamtlich tätig zu sein. Zum Vergleich: Bundesweit engagieren sich im Natur- und Umweltschutz laut Bundesumweltamt nur 15 Prozent der Bevölkerung. Die knapp 461.000 Jägerinnen und Jäger haben für ihr anspruchsvolles Ehrenamt sogar eine staatliche Prüfung abgelegt. Außerdem investieren sie jährlich viel Geld aus eigener Tasche: Insgesamt sind es 2,9 Milliarden Euro, darunter eine halbe Milliarde Euro für den Bereich Artenschutz, Biotoppflege sowie Schutz von Wald und Feld. Etwa 41 Stunden oder eine ganze Arbeitswoche monatlich verbringen Jägerinnen und Jäger im Revier. Sie retten beispielsweise Wildtiere vor dem Mähtod, schützen Bäume vor Fraßschäden oder legen Blühstreifen an. Im Kampf gegen Tierseuchen sind Jägerinnen und Jäger erste Ansprechpartner der Behörden: Sie reduzieren Bestände, melden erkrankte Tiere und beproben Kadaver. Alles zumeist ehrenamtlich, um Krankheiten wie Afrikanische Schweinepest, Myxomatose und Vogelgrippe einzudämmen.

Von insgesamt 554 in Hessen in diesem Jahr angetretenen Jagdscheinanwärterinnen und -anwärtern haben 349 die Prüfung bestanden. Der Anteil der weiblichen Absolventinnen liegt bei 28 Prozent. Die diesjährige Falknerprüfung im Herbst haben 22 Teilnehmer bestanden. Die Jäger- und Falknerprüfungen werden hessenweit von der Oberen Jagdbehörde des Regierungspräsidiums (RP) Kassel organisiert. In Hessen wurden im Jahr 2025 insgesamt 20 Prüfungen durchgeführt. Die für diese Aufgabe von der Oberen Jagdbehörde am Regierungspräsidium Kassel berufenen 14 Jägerprüfungsausschüsse (bestehend jeweils aus 13 ehrenamtlich tätigen Mitgliedern) wickelten die Jägerprüfungen auf gewohnt hohem fachlichem Niveau ab. Die Ausschüsse nehmen regelmäßig an den von der Oberen Jagdbehörde angesetzten Fortbildungen teil und sind, neben ihrer Prüfungstätigkeit, auch ein wichtiges Bindeglied zwischen den ausbildenden Vereinen und Betrieben sowie den beteiligten Jagdbehörden. An der diesjährigen zentralen Falknerprüfung in Weilburg nahmen außerdem 32 Prüflinge teil. Voraussetzung für das Ablegen der Falknerprüfung ist der Besitz eines Jagdscheines. 22 Falknerinnen und Falkner absolvierten die Prüfungsteile erfolgreich, 10 fielen durch. Die obere Jagdbehörde und der Landesjagdverband Hessen e.V. (LJV) bedanken sich bei allen, die zu den erfolgreichen Prüfungen beigetragen haben. Den erfolgreichen Jungjägerinnen und Jungjägern rät der LJV – soweit nicht bereits geschehen – Mitglied in einem der 53 hessischen Jagdvereinen zu werden und sich dort zu engagieren.

Unter dem Titel „Gemeinsam für ein besseres Waffenrecht“ hat der Bundesverband zivile Legalwaffen (BZL) eine Online-Broschüre erstellt, in der er seine 26 wichtigsten Forderungen zur Reform des Waffenrechts klar benennt, argumentativ sauber untermauert und auf 28 Seiten kompetent und knackig präsentiert. Dem BZL war vor allem die kompakte und allgemein verständliche Aufarbeitung der Themen wichtig: Im Zuge der Waffengesetz-Evaluierung muss der politische und gesellschaftliche Diskurs angestoßen werden. Es muss in wenigen Sätzen klargemacht werden, worum es geht, wo die Dinge im Argen liegen und vor allem wie sie verbessert werden können. Denn oft sind Politik und Medien gar nicht tief genug in den jeweiligen Themen drin, die Anliegen der Legalwaffenbesitzer sachlich bewerten zu können. In den kommenden Wochen wird der BZL daher mit allen relevanten Akteuren das persönliche Gespräch suchen, um zu den 26 Punkten ins Detail zu gehen und gemeinsam Lösungen zu erarbeiten.

Liebe Jägerinnen und Jäger, ich wünsche Ihnen alles Gute für das Jahr 2026 und Waidmannsheil.

Ihr Jürgen Ellenberger

Prof. Dr. Jürgen Ellenberger

Präsident des Landesjagdverbandes