Zu Ostern sind die Hasen los

Feldhasenbestand in Hessen weiterhin auf gutem Niveau

Pünktlich zum Osterfest gibt es erfreuliche Nachrichten für Naturfreunde: Dem Feldhasen in Hessen geht es gut. Die beteiligten Hegegemeinschaften meldeten nach der Zählung im Herbst 2025 eine durchschnittliche Dichte von über 32 Hasen pro Quadratkilometer Offenlandfläche. Diese Werte lassen sich jedoch nicht pauschal auf alle hessischen Reviere übertragen. Der mittlere Zuwachs vom Frühjahr bis zum Herbst 2025 lag bei 29,41 Prozent.

Besonders bemerkenswert ist das Ergebnis aus dem Revier Wiesbaden-Kloppenheim, das zur Hegegemeinschaft Wiesbaden/Ost gehört. Dort wurden in der aktuellen Frühjahrszählung im März 2026 auf einem Quadratkilometer Offenland 244 Feldhasen gezählt. Das ist ein Spitzenwert, der auch im bundesweiten Vergleich herausragt.

Bild Feldhase im Lichtkegel des Suchscheinwerfers bei der Feldhasentaxation im Frühjahr.
Feldhase im Lichtkegel des Suchscheinwerfers bei der Feldhasentaxation im Frühjahr.
Stifter/LJV

Die Jägerschaft freut sich sehr über diese kontinuierlich positive Entwicklung. Der Dreiklang einer intensiven Hege aus Lebensraumgestaltung, Nahrung und Beutegreiferbejagung sowie die enge Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft haben sich seit vielen Jahren in der täglichen Revierpraxis bewährt. Besonders erfreulich ist außerdem, dass die Jäger nun auch vollumfänglich für das Wildtiermonitoring in Hessen zuständig sind“,

erklärt Prof. Dr. Jürgen Ellenberger, Präsident des Landesjagdverbandes Hessen.

„Durch Maßnahmen wie Blühwiesen, Hasenapotheken, Feldraine oder Gebüsche und Hecken haben unsere Jäger gemeinsam mit den Landwirten Lebensräume geschaffen und aufgewertet. Dieses überwiegend ehrenamtliche Engagement wirkt sich nicht nur positiv auf den Feldhasen aus, sondern auch auf andere Offenlandarten wie Rebhuhn und Feldlerche.“

Feldhasen in Hessen: stabile Bestände mit regionalen Unterschieden

Das Vorkommen des Feldhasen ist in Hessen stark von der Landschaft geprägt. In Nordhessen überwiegen waldreiche Regionen, in denen sich Hasen kaum erfassen lassen. In Mittel- und Südhessen dominieren dagegen Offenlandreviere mit teils sehr guten Besätzen. Die Spannweite reicht von etwa 3 Hasen pro 100 Hektar bis hin zu Spitzenwerten von über 240 Hasen auf derselben Fläche. Die Zahlen aus den 51 beteiligten Hegegemeinschaften geben daher einen guten Überblick, bilden aber nicht die Situation in allen Landesteilen vollständig ab.

Gute Bedingungen für den Nachwuchs

Die Witterung spielt für den Fortpflanzungserfolg eine entscheidende Rolle. Ein trockenes Frühjahr bietet den Junghasen gute Startbedingungen. Erste Würfe gab es bereits im Februar. Jeder trockene Tag verbessert die Überlebenschancen der Jungtiere deutlich. Anhaltende Nässe und Kälte hingegen führen schnell zu Energieverlust und erhöhen die Anfälligkeit für Krankheiten.

Wissenswertes zum Feldhasen

Der Feldhase gehört zu den typischen Arten unserer Offenlandschaften. Im Gegensatz zum Kaninchen lebt er nicht in einem Bau, sondern nutzt flache Mulden am Boden, die sogenannten Sassen. Auffällig sind seine langen Ohren mit den schwarzen Spitzen, die ihn gut vom Kaninchen unterscheiden.

Feldhasen sind sehr anpassungsfähig und fortpflanzungsstark. Eine Häsin kann bis zu vier Würfe im Jahr haben, meist mit drei bis fünf Jungtieren. Diese kommen bereits vollständig behaart und mit geöffneten Augen zur Welt. Gesäugt werden sie nur einmal täglich, was sie vor Fressfeinden schützt.

Neue Myxomatose-Variante im Blick

Trotz der insgesamt positiven Entwicklung gibt es Anlass zur Wachsamkeit. In Teilen von Nordrhein-Westfalen, Niedersachsens und Schleswig-Holstein sind im vergangenen Jahr Feldhasen an einer neuen Variante der Myxomatose verendet. Ursprünglich betraf dieses Virus vor allem Kaninchen, Feldhasen galten als wenig empfänglich. Durch eine Mutation hat sich das jedoch geändert.

Erste Fälle wurden bereits 2018 auf der Iberischen Halbinsel festgestellt. Inzwischen ist das Virus auch in Deutschland nachgewiesen worden. In Hessen sind bislang keine Fälle bestätigt. Dennoch beobachtet der Landesjagdverband die Entwicklung aufmerksam und ruft dazu auf, auffällige Tiere oder Totfunde umgehend den zuständigen Veterinärämtern zu melden.

Hasenpest weiterhin vereinzelt nachgewiesen

Auch die Hasenpest, die sogenannte Tularämie, tritt in Hessen zeitweise auf. Bis August 2025 wurden insgesamt 15 Fälle aus den Landkreisen Gießen, Marburg-Biedenkopf und Main-Kinzig gemeldet. Die Fallzahlen sind überschaubar, dennoch ist Vorsicht geboten. Tote Wildtiere sollten grundsätzlich nicht mit bloßen Händen angefasst werden. Neben Hasen können auch andere Wildtiere wie Eichhörnchen, Nutria, Rehe oder Füchse betroffen sein.

Verlässliche Daten durch regelmäßige Zählungen

Die hessischen Jäger erfassen die Bestände des Feldhasen kontinuierlich. Regelmäßige Zählungen liefern wichtige Erkenntnisse und ermöglichen es, Hegemaßnahmen gezielt anzupassen. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zum Wildtiermonitoring und zum Erhalt artenreicher Kulturlandschaften. Es ist insofern wichtig folgerichtig, dass die Jägerschaft ab dem 1. April 2026 für das Wildtiermonitoring in Hessen zuständig ist.