Gemeinsam gegen Wildunfälle: Präventionsaktion im Vogelsberg

Landesjagdverband Hessen und HessenForst unterstützen Polizei mit Flyern und großformatigen Bannern / Aufklärung soll Fahrer dauerhaft sensibilisieren und Tierleid vermeiden

Wildunfälle gehören weiterhin zu den großen Gefahren im Straßenverkehr. Für die betroffenen Tiere enden Kollisionen häufig tödlich, für Autofahrer können sie erhebliche Sachschäden und im schlimmsten Fall auch schwere Verletzungen nach sich ziehen. Umso wichtiger ist es, Verkehrsteilnehmer immer wieder für die Risiken des Wildwechsels zu sensibilisieren und konkrete Hinweise für richtiges Verhalten zu geben. Wie wirkungsvoll eine enge Zusammenarbeit verschiedener Partner sein kann, zeigte am 7. Mai 2026 der Kontrolltag der Polizeidirektion Vogelsberg unter dem Motto „Wildunfälle verhindern – Tierleid vermeiden“.

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Die Aktion fand entlang der B 254 und an weiteren bekannten Wildunfallschwerpunkten statt. Beteiligt waren neben der Polizei unter anderem der Landesjagdverband Hessen, HessenForst, Hessen Mobil, die zuständigen Straßenverkehrsbehörden sowie der Jagdverein Alsfeld und die Jägervereinigung Lauterbach. Der Landesjagdverband Hessen war durch Pressesprecher Markus Stifter auch direkt vor Ort vertreten und unterstützte die Maßnahme aktiv.

Bereits in den frühen Morgenstunden führte der Regionale Verkehrsdienst der Polizei Geschwindigkeitskontrollen an Streckenabschnitten durch, auf denen es besonders häufig zu Zusammenstößen mit Wild kommt. Ab 9 Uhr folgten auf der B 254 in der Gemarkung Alsfeld-Altenburg, Parkplatz „Fursche Fabrik“, gezielte Verkehrskontrollen. Neben der Ahndung von Verkehrsverstößen stand vor allem die direkte Ansprache der Verkehrsteilnehmer im Mittelpunkt. Viele Autofahrer nutzten die Gelegenheit, sich über die Gefahren von Wildwechsel sowie über richtiges Verhalten in kritischen Situationen zu informieren.

Genau hier setzte die Unterstützung des Landesjagdverbandes Hessen und von HessenForst mit besonderem Nachdruck an. Beide Partner stellten der Polizei des Vogelsbergkreises insgesamt 2.000 Flyer sowie zehn großformatige Bauzaunbanner zur Verfügung. Die Flyer wurden am Kontrolltag gezielt bei den Gesprächen mit Verkehrsteilnehmern eingesetzt und durch einen zusätzlichen Einleger der Polizei ergänzt. Auf diese Weise konnten wichtige Hinweise zur Vermeidung von Wildunfällen sowie zum richtigen Verhalten nach einer Kollision direkt und verständlich vermittelt werden.

Steffen Heil (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit) und POK Christof Kuras von der Polizeidirektion Vogelsberg vor einem Bauzaunbanner des Landesjagdverbandes Hessen am Kontrolltag. Foto: Markus Stifter
Von links: Steffen Heil (Presse- und Öffentlichkeitsarbeit) und POK Christof Kuras von der Polizeidirektion Vogelsberg vor einem Bauzaunbanner des Landesjagdverbandes Hessen am Kontrolltag.
Stifter/LJV Hessen

Besonders sichtbar wird die Aktion durch die rund 3,5 mal 2 Meter großen Banner, die noch über mehrere Monate hinweg entlang der B 254 sowie an weiteren gefährdeten Bundes- und Kreisstraßen von HessenForst und der Straßenverkehrsbehörde des Vogelsbergkreises aufgestellt werden. Damit endet die Präventionsarbeit nicht mit dem eigentlichen Kontrolltag. Vielmehr bleibt die Botschaft im Straßenraum präsent und erinnert Autofahrer genau dort an die Gefahr, wo besondere Aufmerksamkeit erforderlich ist. Dieses nachhaltige Element verleiht der Aktion eine Wirkung, die weit über den 7. Mai hinausreicht.

Der Landesjagdverband Hessen engagiert sich seit vielen Jahren intensiv in der Wildunfallprävention. Mit der Kampagne „Wildunfälle verhindern – Tierleid vermeiden“ macht der Verband deutlich, dass es nicht nur um Verkehrssicherheit, sondern immer auch um Tierschutz geht. Denn jeder verhinderte Wildunfall bedeutet nicht nur weniger Gefahr für den Menschen, sondern auch weniger Leid für Rehe, Wildschweine und andere Wildtiere. Genau dieser doppelte Ansatz war auch im Vogelsberg klar erkennbar.

HessenForst war bei der Aktion ebenfalls ein wichtiger und verlässlicher Partner. Das gemeinsame Engagement von Landesjagdverband Hessen und HessenForst unterstreicht, dass Prävention nur dann erfolgreich sein kann, wenn Fachwissen aus Jagd, Forst und Verkehrsüberwachung zusammengeführt wird. Während Jäger und Forstleute die örtlichen Wildwechsel und das Verhalten des Wildes gut kennen, verfügt die Polizei über den direkten Zugang zu den Verkehrsteilnehmern. Aus dieser Zusammenarbeit entsteht ein wirkungsvoller Dreiklang aus Aufklärung, Präsenz und konkreter Vorsorge.

Auch die Ergebnisse der Kontrollen lieferten ein aufschlussreiches Bild. Bei Geschwindigkeitsmessungen auf der B 254 wurden nach Angaben der Polizei mehr als 500 Fahrzeuge erfasst, jedoch lediglich ein Geschwindigkeitsverstoß festgestellt. Dieses Ergebnis zeigt, dass sich viele Verkehrsteilnehmer an die vorgeschriebenen Geschwindigkeiten halten. Dennoch bleibt nicht angepasste Geschwindigkeit eine der Hauptursachen für Wildunfälle. Gerade in den frühen Morgenstunden und in der Abenddämmerung, auf Überlandstrecken, in Waldgebieten oder im Übergangsbereich zwischen Wald und Feld ist deshalb besondere Vorsicht geboten.

Die zentrale Botschaft der Aktion ist ebenso einfach wie wichtig: aufmerksam fahren, den Straßenrand im Blick behalten, Geschwindigkeit anpassen und jederzeit bremsbereit sein. Wer Wildwechsel-Schilder passiert, sollte diese Warnung ernst nehmen. Denn wo ein Tier die Straße quert, folgen häufig weitere. Auch das richtige Verhalten im Ernstfall wurde am Kontrolltag thematisiert: Ruhe bewahren, kontrolliert bremsen, nicht unüberlegt ausweichen, die Unfallstelle absichern und die Polizei verständigen.

Bemerkenswert ist darüber hinaus das breite Bündnis, das diese Präventionsmaßnahme getragen hat. Neben Polizei, Landesjagdverband Hessen und HessenForst wirkten auch das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum, der ADAC Hessen-Thüringen, Hessen Mobil, die Straßenverkehrsbehörden sowie die örtlichen Jägervereinigungen mit. Finanziert wurde die Banner- und Flyeraktion durch den Landesjagdverband Hessen und HessenForst. Auch das ist ein wichtiges Signal: Die beteiligten Institutionen reden nicht nur über Prävention, sondern stellen dafür auch ganz konkret Mittel und Material bereit.

Die Aktion im Vogelsberg zeigt beispielhaft, wie moderne Wildunfallprävention gelingen kann. Sie verbindet polizeiliche Kontrolle mit direkter Ansprache, jagdliche Fachkenntnis mit forstlicher Unterstützung und kurzfristige Maßnahmen mit langfristig sichtbarer Öffentlichkeitsarbeit. Für den Landesjagdverband Hessen ist dieses Engagement Teil einer klaren Haltung: Wildunfallprävention ist praktischer Tierschutz, aktiver Beitrag zur Verkehrssicherheit und eine Gemeinschaftsaufgabe, die nur im Schulterschluss erfolgreich sein kann.

Mit dem Kontrolltag vom 7. Mai 2026 ist im Vogelsberg ein starkes Zeichen gesetzt worden. Nun kommt es darauf an, die Aufmerksamkeit für das Thema dauerhaft hochzuhalten. Denn nur wenn möglichst viele Verkehrsteilnehmer für die Gefahren des Wildwechsels sensibilisiert bleiben, lassen sich Wildunfälle wirksam reduzieren – und Tierleid vermeiden.

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