Fotonachweis eines Wolfs in Nordhessen

Hessen bietet im Rahmen des Wolfsmanagements alle wichtigen Informationen zum Wolf.
„Es zeigt sich, dass es die richtige Entscheidung war, ein hessisches Wolfsmanagement zu installieren. Nach der Vorstellung des hessischen Wolfsmanagements im vergangenen August wurde jetzt erstmalig ein lebender Wolf durch eine Aufnahme einer Fotofalle gesichtet“, erklärte Hessens Umweltministerin Priska Hinz.

Anfang März diesen Jahres ist ein mutmaßlicher Wolf in Nordhessen von einer Fotofalle aufgenommen worden. Ein Wissenschaftler entdeckte das Foto bei der Kontrolle der Fotofalle am Dienstag, 19. April. Die Kamera hatte das Tier am 3. März 2016 nahe dem Ortsteil Wellerode der Gemeinde Söhrewald im Landkreis Kassel erfasst.

Seit der Vorstellung des hessischen Wolfsmanagements durch Umweltministerin Priska Hinz am 3. August 2015 ist dies der erste behördlich bestätigte Nachweis eines Wolfs in Hessen. Die Aufnahme erfolgte am Rand eines waldreichen, siedlungs- und verkehrsarmen Gebiets, in dem sich bereits Wildkatzen und Luchse angesiedelt haben und in dem die Wahrscheinlichkeit einer Sichtung damit am höchsten ist. Die Herkunft des Tieres und sein weiterer Verbleib sind unbekannt.

Seit 2006 werden in Hessen immer wieder einzelne durchziehende Wölfe registriert. Es ist deshalb wichtig, das künftige Zusammenleben von Wölfen und Menschen vorzubereiten. Im Rahmen des hessischen Wolfsmanagements wurden eine eigene Homepage und eine Wolf-Hotline eingerichtet, die bei allen Fragen zum Thema Wolf erste Informationen, die richtigen Ansprechpersonen oder Vorgehensweisen vermittelt. Die Wolfs-Hotline wird gut von den Bürgerinnen und Bürgern angenommen. Zudem steht ein Merkblatt mit den wichtigsten Verhaltensweisen bei einem Aufeinandertreffen zwischen Mensch und Wolf im Internet zur Verfügung.

Für den Fall, dass sich ein Wolfsrudel dauerhaft in Hessen ansiedelt, hat das Umweltministerium Vorbereitungen getroffen. Das Land kooperiert eng mit Schafhaltern, um den Herdenschutz in Hessen weiter voranzutreiben. Alle Regierungspräsidien wurden bereits für Notfälle mit einem elektrischen Herdenschutzzaun ausgestattet, der im Fall eines nachweislichen Schafsrisses ausgeliehen werden kann. Um das wissenschaftliche Monitoring voranzubringen, hat das Land eine offizielle Wolfbeauftragte. Zusätzlich bildet das Land für alle hessischen Landkreisen jeweils zwei ehrenamtliche „Wolfsberater“ aus, die unterstützend tätig werden.

Das nun entdeckte Foto gelang im Rahmen eines Monitoring-Projekts des Verhaltungsökologen Dr. Markus Port von der Universität Göttingen, der mit Fotofallen eigentlich die Ausbreitung und Raumnutzung von Luchsen in Nordhessen untersucht. Kooperationspartner dieses Untersuchungsprojekts ist die Naturschutzabteilung des Hessischen Landesamtes für Umwelt und Geologie (HLNUG). Das HLNUG koordiniert als Naturschutzfachdienststelle die Untersuchung geschützter Säugetierarten in Hessen.

Die Wolfsbeauftragte des Landes Hessen beim HLNUG bestätigte das aufgenommene Tier als Wolf.

„Eine erste Bilanz unseres hessischen Wolfsmanagements werden wir im Herbst dieses Jahres vorlegen. Dann werden wir mit Sicherheit auch darüber berichten, ob und wie wir das Wolfsmanagement den aktuellen Entwicklungen anpassen“, erklärte Ministerin Hinz abschließend. Vor einem Jahr war an der Autobahn A 66 im Spessart und am Preungesheimer Dreieck im Stadtgebiet Frankfurt jeweils ein Wolf überfahren und dabei getötet worden.

Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

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