Hessischer Landesjägertag 2026 in Bad Wildungen: Jagd, Verantwortung und starker Einsatz für den ländlichen Raum

Mit dem Hessischen Landesjägertag 2026 in der Wandelhalle Bad Wildungen hat der Landesjagdverband Hessen e. V. (LJV Hessen) am Samstag, 30. Mai 2026, ein starkes Zeichen für Jagd, Naturschutz, Wildtiermanagement und die Interessen des ländlichen Raumes gesetzt. Im Mittelpunkt standen die repräsentative Hauptversammlung, politische Grußworte, die Landestrophäenschau sowie die Delegiertenversammlung des Verbandes.

LJV-Präsident Prof. Dr. Jürgen Ellenberger eröffnete den Landesjägertag 2026 in Bad Wildungen.
LJV-Präsident Prof. Dr. Jürgen Ellenberger eröffnete den Landesjägertag 2026 in Bad Wildungen.
Stifter/LJV

Um 10.00 Uhr eröffnete LJV-Präsident Prof. Dr. Jürgen Ellenberger die repräsentative Hauptversammlung des LJV Hessen in der Wandelhalle Bad Wildungen. In seiner Begrüßung hieß er die Delegierten, Gäste aus Politik, Verbänden und Verwaltung sowie zahlreiche Jägerinnen und Jäger aus ganz Hessen herzlich willkommen.

Jagdpolitische Entwicklungen im Blick

In seiner Ansprache blickte Prof. Ellenberger auf wichtige jagdpolitische Entwicklungen der vergangenen Monate zurück. Besonders hob er die Aufnahme des Wolfes in das Bundesjagdgesetz hervor. Diese Entscheidung sei ein bedeutender Schritt hin zu einem praxistauglichen Wolfsmanagement und ein Erfolg der jahrelangen Arbeit der Jagdverbände.

Die Aufnahme des Wolfes in das Bundesjagdgesetz ist ein großartiger Erfolg des Deutschen Jagdverbandes, der Landesjagdverbände und der Verbände des ländlichen Raumes. Damit wird endlich die Grundlage geschaffen, den Umgang mit dem Wolf rechtssicherer, praxistauglicher und näher an den Realitäten vor Ort zu gestalten“,

betonte LJV-Präsident Prof. Dr. Jürgen Ellenberger.

Neue Hessische Jagdverordnung

Auch die neue Hessische Jagdverordnung bezeichnete Ellenberger als wichtigen und großen Fortschritt für die Jagdpraxis in Hessen. Wichtige Forderungen des LJV Hessen seien darin umgesetzt worden. Dazu zählen unter anderem erweiterte Jagdzeiten, die ganzjährige Bejagbarkeit invasiver Arten wie Waschbär und Nilgans unter Beachtung des Elterntierschutzes, Erleichterungen bei der Fallenjagd durch elektronische Fangmelder sowie eine praxistauglichere und faire Ausgestaltung der Jägerprüfung.

„Die neue Hessische Jagdverordnung ist ein starkes Signal für eine moderne, verantwortungsvolle und praxistaugliche Jagd in Hessen, die auch den Artenschutz in den Fokus rückt. Sie zeigt, dass die Anliegen der Jägerschaft gehört wurden und dass Politik, Verwaltung und Verbände gemeinsam tragfähige Lösungen entwickeln können“,

sagte Ellenberger.
Der Vorstand des Landesjagdverbandes Hessen auf dem Landesjägertag 2026.
Der Vorstand des Landesjagdverbandes Hessen auf dem Landesjägertag 2026.
Stifter/LJV

Wildtiermonitoring: Anerkennung und Auftrag für die Jägerschaft

Als besonders bedeutsam hob der LJV-Präsident hervor, dass der LJV Hessen künftig mit dem Wildtiermonitoring betraut ist. Damit werde die fachliche Arbeit der Jägerschaft beim Erfassen und Bewerten von Wildtierbeständen weiter gestärkt.

„Das Wildtiermonitoring ist eine zentrale Grundlage für nachhaltige Jagd, Artenschutz und sachliche Entscheidungen. Dass der LJV Hessen hier eine wichtige Rolle übernimmt, ist Anerkennung und Auftrag zugleich“,

so Ellenberger.
Christian Ranft, 1. Vorsitzender des Jagdschutzvereins Edertal e. V. begrüßte im Namen des ausrichtenden Vereins die Gäste, die aus ganz Hessen angereist waren.
Christian Ranft, 1. Vorsitzender des Jagdschutzvereins Edertal e. V. begrüßte im Namen des ausrichtenden Vereins die Gäste, die aus ganz Hessen angereist waren.
Stifter/LJV

Christian Ranft, 1. Vorsitzender des gastgebenden Jagdschutzvereins Edertal e. V., betonte:

„Der Landesjägertag ist nicht nur ein Ort des Austauschs, sondern auch ein Ort der Begegnung. Hier kommen Menschen zusammen, die Verantwortung für Natur, Wild und Kulturlandschaft übernehmen, mit Erfahrung, Leidenschaft und großem ehrenamtlichem Einsatz. Gerade heute wird deutlich, welche wichtige Rolle die Jagd bei Wiederbewaldung, Seuchenschutz und dem Erhalt unserer Heimat spielt. Nachhaltige Lösungen entstehen nur, wenn Jagd, Forstwirtschaft, Landwirtschaft, Naturschutz, Politik und Gesellschaft miteinander sprechen – offen, ehrlich und respektvoll.“

Grußworte aus Politik und Verbänden

Im Anschluss an die Eröffnung folgten Ansprachen und Grußworte aus Politik und Verbänden. Für das Hessische Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat (HMLU) sprach Staatssekretär Daniel Köfer zu den Teilnehmern:

Staatssekretär Daniel Köfer aus dem HMLU lobte in seinem Grußwort das hohe Engagement der hessischen Jägerinnnen und Jäger.
Staatssekretär Daniel Köfer aus dem HMLU lobte in seinem Grußwort das hohe Engagement der hessischen Jägerinnnen und Jäger.
Stifter/LJV

Unsere Jägerinnen und Jäger in Hessen zeichnen sich durch ihre hohe Einsatzbereitschaft, großes Verantwortungsbewusstsein und fachliche Qualifikation aus. Wir setzen bei der Zusammenarbeit mit ihnen auf Partnerschaft und Vertrauen statt auf Bevormundung. Deshalb haben wir das Jagdrecht an die Realität in Wald und Flur angepasst und mit der Modernisierung mehr Praxisnähe, klare Regeln und verlässliche Rahmenbedingungen für die hessische Jägerschaft geschaffen. Mit der neuen Jagdverordnung, der überarbeiteten Schalenwildrichtlinie und der entbürokratisierten Richtlinie über die Jagdabgabe haben wir im vergangenen Jahr im engen Schulterschluss mit den Jägerinnen und Jägern zentrale Weichen gestellt und das Jagdrecht in Hessen grundlegend neu an den Prinzipien des Vertrauens und der Zusammenarbeit ausgerichtet.“

Die Vorsitzende der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Ines Claus, MdL, richtete ein Videogrußwort an die hessische Jägerschaft.

„Die hessische Jägerschaft ist ein verlässlicher Partner für Naturschutz, den ländlichen Raum, gesellschaftliche Verantwortung – und für uns. Ihr Engagement verdient nicht nur Anerkennung, sondern auch konkrete Unterstützung und genau daran arbeiten wir. Ich danke Ihnen für Ihren Einsatz, Ihre Leidenschaft und Ihre Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen.“

DJV-Präsident Helmut Dammann-Tamke sprach ebenfalls zu den hessischen Jägerinnen und Jägern und hob bundesweite Themen wie den Wolf oder das Waffenrecht in seinem Grußwort hervor.
DJV-Präsident Helmut Dammann-Tamke sprach ebenfalls zu den hessischen Jägerinnen und Jägern und hob bundesweite Themen wie den Wolf oder das Waffenrecht in seinem Grußwort hervor.
Stifter/LJV

Grußwort von DJV-Präsident Helmut Dammann-Tamke

Auch DJV-Präsident Helmut Dammann-Tamke richtete ein Grußwort an die Teilnehmer des Hessischen Landes­jäger­tages. Er würdigte die Arbeit des Landes­jagd­verbandes Hessen und dankte für die enge und verlässliche Zusammenarbeit innerhalb der jagdlichen In­ter­es­sen­ver­tre­tung. In seiner Ansprache ging Dammann-Tamke unter anderem auf aktuelle jagdpolitische Themen ein. Die Aufnahme des Wolfes in das Jagdrecht bezeichnete er als wichtigen Schritt, dem nun ein wirksames Bestands­management folgen müsse. Ziel müsse es sein, die weitere Dynamik des Populations­wachstumszu begrenzen und zugleich dafür zu sorgen, dass Wölfe ihre natürliche Scheu vor dem Menschen bewahren. Mit Blick auf die Debatte um das Waffenrecht warb der DJV-Präsident für eine sachliche und differenzierte Betrachtung. Verantwortungsbewusste Legalwaffenbesitzer, insbesondere Jäger, dürften nicht unter Generalverdacht gestellt werden. Mehr Sicherheit entstehe nicht durch zusätzliche Belastungen für rechtstreue Waffenbesitzer, sondern durch eine konsequente Bekämpfung illegaler Waffen.

Weitere Grußworte wurden von Vertretern der Parteien, dem Landrat sowie von Karl Schwebel, Vizepräsident des Verbands Hessischer Fischer, Andrea Rahn-Farr vom Hessischen Bauernverband und Carl Anton Fürst zu Waldeck und Pyrmont für den Hessischen Waldbesitzerverband gesprochen. Dabei wurde deutlich, wie eng Jagd, Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Naturschutz und Eigentumsverantwortung miteinander verbunden sind. Gerade in Zeiten wachsender Herausforderungen, von Wildschäden über invasive Arten bis hin zum Umgang mit großen Beutegreifern, bleibt der enge Schulterschluss zwischen den Verbänden und Akteuren des ländlichen Raumes von großer Bedeutung.

Ehrung verdienter Mitglieder und Landestrophäenschau

Zum Abschluss der repräsentativen Hauptversammlung standen die Ehrungen verdienter Mitglieder sowie die Landestrophäenschau im Mittelpunkt. Für ihre langjährigen Verdienste rund um Jagd, Hege und Verbandarbeit wurden Stefan Sorg von der Jagdvereinigung Usingen und Rainer Paulus vom Jagdschutzverein Edertal mit der Hegemedaille in der Sonderstufe Gold ausgezeichnet. Dieter Sellemann erhielt die Silberne Ehrennadel des Landesjagdverbandes Hessen.

Die Landestrophäenschau ist traditionell weit mehr als eine reine Präsentation jagdlicher Trophäen. Sie dokumentiert Entwicklungen in den hessischen Wildbeständen, ermöglicht fachlichen Austausch und zeigt, wie eng jagdliche Praxis, Wildbiologie und Lebensraumentwicklung miteinander verknüpft sind. Besonders herausragende Trophäen wurden im Rahmen der Schau vorgestellt und gewürdigt.

Delegiertenversammlung des LJV Hessen

Nach der Mittagspause begann um 14.00 Uhr die nicht öffentliche Delegiertenversammlung des LJV Hessen. Auf der Tagesordnung standen unter anderem der Jahresbericht, die Jahresrechnung samt Bericht der Rechnungsprüfer, die Etatplanung sowie die Entlastung des Vorstandes, die einstimmig erfolgte.

Film Höhepunkte der Verbandsarbeit

Wie vielfältig und umfangreich diese Verbandsarbeit inzwischen geworden ist, zeigte auch der Imagefilm „Höhepunkte der Verbandsarbeit 2025/2026“, welcher während der Delegiertenversammlung vorgeführt wurde. Der Film gab einen eindrucksvollen Überblick über das breite Spektrum der Aktivitäten des LJV Hessen im vergangenen Jahr: von politischer Interessenvertretung über angewandten Naturschutz, den praktischen Einsatz im Lernort Natur und die Präventionsarbeit zur Vermeidung von Wildunfällen auf Straßen und an der ICE-Strecke Frankfurt-Köln bis hin zum herausragenden Engagement der hessischen Jägerschaft bei der Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest.

Auch Informations- und Fortbildungsveranstaltungen, die kritische Auseinandersetzung mit dem Waschbär-Sterilisationsprojekt in Kassel sowie die neue Verantwortung des LJV Hessen im Bereich Wildtiermonitoring wurden im Film aufgegriffen. Deutlich wurde dabei auch die hohe Anerkennung, die der LJV Hessen und die hessische Jägerschaft in Politik und Verwaltung genießen. Ministerpräsident Boris Rhein und Jagdminister Ingmar Jung lobten die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem LJV Hessen ausdrücklich.

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Mehr Informationen

Das große Engagement des Verbandes wurde im vergangenen Jahr zudem durch eine besondere Ehrung sichtbar: Anlässlich des Landesjägertages 2025 in Limburg verlieh Ministerpräsident Boris Rhein LJV-Präsident Prof. Dr. Jürgen Ellenberger in einer feierlichen Zeremonie den Hessischen Verdienstorden. Damit brachte der Ministerpräsident seine außerordentliche Wertschätzung für Ellenbergers langjährigen Einsatz für Jagd, Naturschutz, Wildtiere und den ländlichen Raum zum Ausdruck.

Der Imagefilm machte damit deutlich: Die Arbeit des LJV Hessen reicht weit über jagdpolitische Interessenvertretung hinaus. Sie verbindet praktischen Einsatz in den Revieren, fachliche Aufklärung, Naturschutz, Seuchenbekämpfung und -prävention, Bildungsarbeit sowie den kontinuierlichen Dialog mit Politik, Verwaltung und Gesellschaft.

Der Hessische Landesjägertag 2026 in Bad Wildungen machte deutlich, wie eng jagdpolitische Arbeit, praktischer Einsatz in den Revieren und der Dialog mit Politik, Verwaltung und den Partnern des ländlichen Raumes miteinander verbunden sind. Die Veranstaltung bot Raum für fachlichen Austausch, politische Standortbestimmung und die sichtbare Wertschätzung des ehrenamtlichen Engagements der hessischen Jägerschaft.

„Die hessische Jägerschaft steht für Verantwortung, Fachwissen und praktischen Einsatz in der Fläche. Wir werden uns auch künftig mit Nachdruck für Wildtiere, Lebensräume, Eigentümer, Landnutzer und die Interessen des ländlichen Raumes einsetzen“,

fasste LJV-Präsident Prof. Dr. Jürgen Ellenberger abschließend zusammen.

Der Bericht wird weiter ergänzt.

Bildergalerie zum Landesjägertag 2026