Niederwildmonitoring in Hessen: Bitte Stockentenschwingen einsenden

Nach der hessischen Jagdverordnung soll die Bejagung von nicht abschussplanpflichtigem Niederwild nur so erfolgen, dass sich die Strecke bei ausreichenden Besatzdichten im Rahmen des jährlichen Zuwachses bewegt. Diese Vorgehensweise gewährleistet eine nachhaltige Nutzung und passt sich in die weltweit üblichen Rahmenbedingungen einer nachhaltigen Jagd ein.

Fotos: Rolfes/DJV

Zuständig für die Ermittlung der Besatzdichten und der Zuwachsraten sind die Jagdausübungsberechtigten in ihren Revieren.

Die Niederwildhegegemeinschaften sind zuständig für die Aufstellung von Grundsätzen zur Hege und Bejagung der Wildarten. Auf der Grundlage der Ermittlung der Besatzdichten und des Zuwachses trifft die Hegegemeinschaft eine Bejagungsempfehlung.

Im Rahmen des Niederwildmonitorings werden zum Beispiel Feldhasen mit Scheinwerfern gezählt, Rebhühner verhört oder das Alter und Geschlecht von erlegten Stockenten erfasst.

Die Universität Gießen wurde im Rahmen des Niederwildmonitorings vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (Oberste Jagdbehörde) mit der Etablierung von Monitoring-Methoden sowie begleitenden wissenschaftlichen Untersuchung zur Evaluierung der Methoden und Ergebnisse beauftragt.

Kontakt:

Justus-Liebig-Universität Gießen, Klinik für Vögel, Reptilien, Amphibien und Fische, Arbeitskreis Wildbiologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen, Dipl. Biol. Johannes Lang, Leihgesterner Weg 217, Strahlenzentrum, D-35392 Gießen, Tel.: 0641/99 377 20, E-Mail: Johannes.Lang@vetmed.uni-giessen.de, Web: www.uni-giessen.de/akw.

Postanschrift zur Einsendung von Entenschwingen:

Klinik für Vögel, Reptilien, Amphibien und Fische, Arbeitskreis Wildbiologie/Entenmonitoring, Frankfurter Str. 91, 35392 Gießen.

Sind größere Strecken zu erwarten, kann nach Absprache auch eine Abholung der gesammelten Schwingen erfolgen. Bitte melden Sie sich dazu möglichst vor dem Jagdtermin per E-Mail oder telefonisch.

Auftraggeber:

Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Gefördert durch das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz aus Mitteln der Jagdabgabe.

Kooperationspartner:

Landesjagdverband Hessen, Landesbetrieb Hessisches Landeslabor

Stockentenmonitoring

Hinweise zum Einsenden von Entenschwingen

Die Stockente ist die einzige jagdbare Entenart in Hessen. Ihr Brutbestand wird europaweit auf 2,8 bis 4,6 Millionen Paare und die Zahl der überwinternden Stockenten auf 4,5 bis 5,7 Millionen Tiere geschätzt (BirdLife International 2015). In Deutschland schätzt man im Sommer einen seit Jahren stabilen Brutbestand von 205.000 bis 380.000 Paaren. Die Zahl der in Deutschland überwinternden Stockenten ist dagegen rückläufig und beträgt aktuell etwa 900.000 Tiere (BirdLife International 2015), die unter anderem auch aus Nord- und Nordosteuropa zu uns kommen. Die Situation der Stockente in Hessen entspricht in etwa der europa- und bundesweiten Entwicklung. Nach einem deutlichen Rückgang in den 1980er und 1990er Jahren liegen die Brutbestände aktuell stabil bei 8.000 bis 12.000 Paaren. Die genaue Anzahl der überwinternden Stockenten ist aufgrund von Datenlücken unklar, hat aber tendenziell eher abgenommen (Cimiotti et al. 2013).

Diese Abnahme spiegelt sich auch in der Jagdstrecke wider, die etwa parallel zur Abnahme bei den überwinternden Enten verläuft und in den letzten Jahren bei weniger als 10.000 Enten in ganz Hessen lag.

Im Gegensatz zum Feldhasen oder Rebhuhn ist ein kleinräumiges Monitoring bei Zugvögeln wie der Stockente nicht sinnvoll. Hier muss vielmehr die Situation auf der gesamten Zugroute berücksichtigt werden. Ein wichtiger Schritt auf der lokalen Ebene ist eine genaue Streckenanalyse nach Geschlecht und Alter. Daraus lassen sich der Zuwachs des Jahres und die Nachhaltigkeit der Bejagung ableiten.

Während eine Unterscheidung zwischen Erpel und Ente am erlegten Stück von jedem Jäger selbst zuverlässig vorgenommen werden kann, ist die Unterscheidung zwischen diesjährigen und älteren Enten vor allem zum Ende der Jagdsaison nicht immer einfach. Daher werden zunächst Schwingen erlegter Enten hinsichtlich ihres Mauserzustandes an der Universität Gießen untersucht und eine einfache, aber sichere Methode zur Altersansprache entwickelt. In Zukunft kann damit der Anteil diesjähriger Enten an der Strecke von den Jägern selbst bestimmt werden.

Mithilfe der Jägerschaft ist wichtig und notwendig

Die Mithilfe der Jägerschaft in Hessen wird bei diesem Projekt benötigt. Bitte senden Sie Schwingen erlegter Enten ein. Das Ziel sind Schwingen von etwa 1.000 Enten, die über die gesamte Jagdsaison und möglichst hessenweit verteilt sein sollen.

Bitte unterstützen Sie durch die Einsendung von Entenschwingen das Niederwildmonitoring in Hessen. Foto: Beer/AKW

  • Entscheidend für die Auswertung ist, dass immer gesamte Tagesstrecken beprobt werden und keine Vorselektion erfolgt! Auch kleinere Strecken werden gerne entgegengenommen.
  • An der erlegten Ente werden dazu beide Schwingen mit einem scharfen Messer oder einer Zange direkt am Körper (Schultergelenk) abgetrennt.
  • Die beiden Schwingen einer Ente unbedingt miteinander verbinden, damit später eine Zuordnung zur jeweiligen Ente möglich ist.
Die Schwingen werden in einen Gefrierbeutel gepackt und in einem Umschlag an den Arbeitskreis Wildbiologie geschickt. Foto: Lang/AKW
  • Die Schwingen werden in einem großen Umschlag oder Karton an den Arbeitskreis Wildbiologie versandt. An Informationen müssen der Landkreis der Erlegung und das Erlegungsdatum angegeben werden.
  • Alternativ können die Schwingen an den Kreisveterinärämtern abgegeben werden. Diese transportieren sie dann kostenlos nach Gießen zum LHL.

Infovideo zum Entenmonitoring

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte und bewegte Bilder zeigen häufig noch deutlicher, wie etwas gemeint war.

Zur Information der Jäger in Hessen hat die Universität Gießen daher ein Video über das Stockentenmonitoring produzieren lassen und im Internet veröffentlicht. Darin werden Hintergrundinformationen zum Monitoring vermittelt und Hinweise für das Abtrennen und Einsenden von Entenschwingen gegeben.

 

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https://youtu.be/9wG85mvTDwA

Das Video kann auf der Homepage der Universität Gießen unter www.uni-giessen.de/akw oder auf YouTube unter dem Stichwort „Entenmonitoring“ abgerufen werden.

Sie haben noch Fragen oder möchten sich in ihrem Jagdverein oder der Hegegemeinschaft über das Entenmonitoring informieren lassen?

Melden Sie sich bei der oben angegebenen Kontaktadresse der Universität Gießen und wir versuchen ihre Fragen zu beantworten und einen Termin für einen Vortrag bei ihnen vor Ort auszumachen; oder bei Ihrem LJV Hessen nachfragen.