Flächendeckende Erfassung

Download: Erfassungsbogen Flächendeckende Erfassung 2019
Download: WILD-Erfassungsbogen für Referenzreviere

 

Flächendeckende Erfassung 2019

Unterstützen Sie das WILD-Monitoring Programm des DJV und seiner Landesjagverbände mit Ihrem Wissen und Ihren Revierkenntnissen und beteiligen Sie sich mit Ihrem Revier an der Flächendeckenden Erfassung 2019!

In diesem Jahr ist es wieder soweit. Der DJV und die Landesjagdverbände rufen alle Revierpächter und Revierverantwortlichen auf sich mit ihren Wissen und ihren Revierkenntnissen an der Flächendeckenden Erfassung im Rahmen des Wildtierinformationssystem der Länder Deutschlands, kurz WILD, zu beteiligen.

Dafür möchten wir Sie bitten, den Fragebogen zur Flächendeckenden Erfassung 2019 auszufüllen und bis Juli 2019 an den LJV zurückzusenden. Den Fragebogen finden Sie zum austrennen im Innenteil des Hessenjägers. Alternativ können Sie den Fragebogen auch auf der Webseite des LJV herunterladen oder persönlich an unserem Stand auf der Messe „Jagen, Fischen, Offroad“ vom 22.-24. März 2019 in Alsfeld abholen. Wir freuen uns auf Sie!

Hintergrund: Was ist WILD

Das Wildtierinformationssystem der Länder Deutschlands, kurz WILD, ist eine Initiative des DJV und der Landesjagdverbände in Kooperation mit wissenschaftlichen Instituten und Universitäten wie dem Von-Thünen-Institut oder der Tierärztlichen Hochschule Hannover.

Das Monitoringprogramm WILD erfasst bundesweit Wildtierbestände und liefert damit wichtige Erkenntnisse über das Vorkommen, die Bestandsdichte sowie die langfristige Entwicklung von Wildtierpopulationen in Deutschland. Die aus Jägerhand gewonnen Daten werden wissenschaftlich aufbereitet und im WILD-Jahresbericht veröffentlicht. Sie dienen als Grundlage für die weitere Forschung und als Argumentationsbasis bei jagdpolitischen und naturschutzrechtlichen Fragestellungen.

Wesentlicher Bestandteil der WILD-Jahresberichte sind die von Jägern und Jägerinnen im Ehrenamt gesammelten Daten zum Vorkommen und zur Bestandsdichte von Wildtieren. In ausgewählten Referenzgebieten zählen Jäger ehrenamtlich Wildarten wie den Feldhasen und liefern damit wichtige Erkenntnisse zur Besatzdichte und der lokalen Populationsentwicklung.

In einem Turnus von 2 Jahren erfolgt zudem die Flächendeckende Erfassung. Mit Hilfe eines Fragebogens wird das Vorkommen und die Verbreitung von Wildtierpopulationen, aber auch das Auftreten von Wildkrankheiten oder gebietsfremden Arten (Neozoen) untersucht. Um valide und aussagekräftige Daten zu erhalten ist es wünschenswert, dass sich so viele Jagdbezirke wie möglich an der Flächendeckenden Erfassung beteiligen.

Ergänzend zu den Daten aus Jägerhand werden für die Wildberichte außerdem die Jagstrecken auf Ebene der Landkreise ausgewertet und graphisch dargestellt. Seit der Etablierung des Tierfundkatasters im Jahr 2016 fließen auch die, online oder über die App gemeldeten, Totfunde von Wildtieren in die WILD-Berichte und Statistiken mit ein.


Abbildung 1: in den WILD-Jahresbericht fließen Daten aus den WILD-Monitoringprogramm „Wildtierzählung in Referenzgebieten“, der „ Flächendeckenden Erfassung“ sowie gemeldete Totfunde des „Tierfundkatasters und die bundesweiten Streckenmeldungen auf Ebene der Landkreise. Grafik: Dr. Nadine Stöveken

Was ist die flächendeckende Erfassung?

Bei der Flächendeckende Erfassung können und sollen sich möglichst alle Jagdbezirke in Deutschland beteiligen. Hierfür werden im Turnus von 2 Jahren im Frühjahr Fragebögen ausgegeben, die die Revierverantwortlichen ausfüllen und bis zum Sommer an den Landesjagdverband zurücksenden sollen. Die Fragen beziehen sich auf das Vorkommen und den geschätzten Besatz von bestimmten Wildtierarten im Frühjahr eines Erfassungsjahres. Zudem wird auch noch das Auftreten von Wildtierkrankheiten oder gebietsfremden Arten abgefragt. Das Spektrum der Zielwildarten ist bei jeder Flächendeckenden Erfassung unterschiedlich, so dass, verteilt auf mehrere Jahre, ein großes Artenspektrum abgedeckt wird.

Ziel der Erfassung ist es, flächendeckende Erkenntnisse über das Vorkommen und die Verbreitung von Wildtieren, Wildkrankheiten und gebietsfremden Arten in ganz Deutschland zu erhalten. Bei jagdbarem Wild ergänzen die erhobenen Daten die ausgewerteten Jagdstrecken. Dies ist besonders bei den Arten wichtig, bei denen keine Korrelation zwischen Jagdstreckenentwicklung und Bestandsentwicklung vorliegt. Als Beispiel sei hier der Fuchs genannt. Durch ein verändertes jagdliches Interesse (Forst, Verwertung des Balges) und veränderte jagdliche Priorisierungen (Sauen) sind die Fuchstrecken in den meisten hessischen Regionen deutlich zurückgegangen. Dies spiegelt jedoch nicht die realen Bestandsentwicklungen des Fuchses wider.

Die Abfrage nach dem Auftreten von Wildkrankheiten hilft dabei Seuchenzüge wie dem der Fuchsräude oder der RHD beim Kaninchen nachzuvollziehen und diese bei der Interpretation von Strecken und Besatzdaten zu berücksichtigen. Auch die bundesweite Ausbreitung von gebietsfremden Arten kann durch die Flächendeckende Erfassung verfolgt und bei der Einleitung von Maßnahmen miteinbezogen werden. Bei der Flächendeckenden Erfassung stehen aber nicht nur jagdbare Arten im Fokus, auch das Auftreten und Vorkommen von seltenen Tierarten wie der Wildkatze oder dem Biber wird immer wieder mal abgefragt. Die gewonnen Daten können wichtige Argumente für Natur- und Artenschutzmaßnahmen sein und zum Beispiel die Forderung des Baus weiterer Wildbrücken und Querungshilfen unterstützen.

Warum Sie sich beteiligen sollen

Das WILD-Monitoringprogramm liefert nicht nur wichtige wildbiologische Erkenntnisse zum Vorkommen und zur Verbreitung von Wildtieren, Wildkrankheiten und Neozoen, sondern stellt auch eine wichtige Säule der Öffentlichkeitsarbeit dar. Die Daten sind so in dieser Form in Deutschland einmalig und werden auch von Vertretern der Wissenschaft, der Politik sowie der Jagd- und Naturschutzbehörden bei Vorträgen und Berichten zitiert. Sie alle, die sich an diesen Programmen beteiligen, liefern damit wichtige Erkenntnisse und Argumente um die Jagd in Deutschland zu positionieren und zu unterstützen. Die Daten zeigen aber auch, dass sich die Jäger in ihren Revieren bestens auskennen und ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nachhaltig zu jagen nachkommen.

Unser Aufruf: Unterstützen Sie die Jagd in Deutschland indem Sie sich zahlreich an den verschiedenen WILD-Projekten beteiligen!

  • Flächendeckende Erfassung
  • Tierfundkataster
  • Wildtierzählung in Referenzgebieten

Download: Erfassungsbogen Flächendeckende Erfassung 2019

Text und Bild: Dr. Nadine Stöveken, LJV-Hessen